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Berufsbild Detektiv

Berufsbild für Detektive


Allgemeines
In Deutschland gibt es keine gesetzlich definierte Berufsordnung für Detektive, keine besondere Erlaubnispflicht zur Ausübung dieser komplexen Tätigkeit und keinen Berufsbezeichnungsschutz. Zur Ausübung eines Detektivgewerbes bedarf es von Seiten des Gesetzgebers einer Gewerbeanmeldung nach § 14 der Gewerbeordnung. Da es sich um ein überwachungsbedürftiges Gewerbe handelt, hat die zuständige Behörde gemäß § 38 der Gewerbeordnung, unverzüglich nach Erstattung der Gewerbeanmeldung oder der Gewerbeummeldung nach § 14, die Zuverlässigkeit des Gewerbetreibenden zu überprüfen. Zu diesem Zweck hat der Gewerbetreibende unverzüglich ein Führungszeugnis nach § 30 Abs. 5 Bundeszentralregistergesetz und eine Auskunft aus dem Gewerbezentralregister nach § 150 Abs. 5 der Gewerbeordnung zur Vorlage bei der Behörde zu beantragen. Kommt er dieser Verpflichtung nicht nach, hat die Behörde diese Auskünfte von Amts wegen einzuholen. Nach dieser Gewerbeanmeldung kann jeder in Deutschland die Bezeichnung „Detektiv“ führen und die damit verbundenen Arbeiten ausführen, unabhängig von der beruflichen Bildung, Erfahrung und persönlichen Eignung. In der heutigen Gesellschaft sind die Ansichten und Vorstellungen vom Detektiv vor diesem Hintergrund hauptsächlich durch die in- und ausländische Literatur sowie durch die audiovisuellen Medien geprägt. Sie tragen dazu bei, dass in der Öffentlichkeit ein Bild vom Privatdetektiv vorhanden ist, das mit der Wirklichkeit nur wenig zu tun hat. Dieses Berufsbild soll dazu beitragen, eine sachgerechte Information über einen Beruf zu vermitteln, der kein Beruf wie jeder andere ist, sondern Anforderungen stellt, die nur teilweise erlernt werden können.

Entwicklung der Detektivbranche
Seit Mitte des 19. Jahrhunderts gibt es Privatdetektive in Deutschland. Im Zeitalter der Industrialisierung, der ansteigenden Kriminalität und der Entwicklung zur Informationsgesellschaft haben sich die ursprünglichen, vorwiegend auf dem privaten Sektor liegenden Tätigkeiten, schwerpunktmäßig in den wirtschaftlichen Bereich verlagert. Im Gegensatz zu den staatlichen Ermittlungs- und Strafverfolgungsbehörden hat der Privatdetektiv keinerlei besondere Rechte, also keine hoheitlichen Befugnisse in seinem gesamten Aufgabenspektrum. Ein Detektiv darf aber alles, was vom Gesetz nicht ausdrücklich untersagt ist. Er muss deshalb so rechtskundig sein, dass er die geltenden gesetzlichen Bestimmungen nicht überschreitet, um nicht selbst mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten.

Tätigkeiten der Detektive
Häufig werden Detektive im Vorfeld von staatlichen Ermittlungstätigkeiten im Auftrag von Privatpersonen, Rechtsanwälten oder der Wirtschaft tätig, wenn diese ein berechtigtes Interesse glaubhaft machen können. Ihre Recherchen können aber auch parallel zu staatlichen Ermittlungstätigkeiten erfolgen. Das Ergebnis ihrer Dienstleistung kann in Zivil- oder Strafprozesse einfließen. Die Ermittlungsergebnisse müssen deshalb gerichtsverwertbar sein, das heißt, sie müssen mit rechtlich zugelassenen Mitteln erbracht worden sein, um als Beweismittel vor Gericht anerkannt zu werden. Dies gilt sowohl für Zivil- als auch für Strafprozesse. Der Auftraggeber muss das Ermittlungsergebnis des Detektivs aber nicht bekannt geben, sondern kann es für sich behalten, um mit einem Betroffenen eine individuelle Regelung oder im Falle eines Unternehmers eine betriebsinterne Lösung zu finden. Das kann den Vorteil haben, dass ungewollte negative Schlagzeilen in der Öffentlichkeit vermieden werden. Die Tätigkeitsfelder von Detekteien umfassen alle Lebensbereiche sowohl auf dem privaten als auch auf dem wirtschaftlichen Sektor. Schwerpunkt auf dem Wirtschaftssektor ist die „Allgemeine Wirtschaftskriminalität“ mit all ihren Facetten. Der Schwerpunkt im privaten Sektor liegt im Bereich des Sorge- und Unterhaltsrechts für Kinder und Ehegatten.

Eignungsvoraussetzungen
Ein Hauptschulabschluss und eine abgeschlossene Berufsausbildung, vorzugsweise im kaufmännischen oder verwaltungsfachlichen Bereich, sind eine unerlässliche Voraussetzung für die Aufnahme einer Detektivtätigkeit. Gute Voraussetzungen hierfür bringen auch diejenigen mit, die zuvor eine Tätigkeit bei Notaren oder Rechtsanwälten sowie im Polizeivollzugs- oder Kriminaldienst ausgeübt, bzw. Dienst in der Bundeswehr als Feldjäger oder im Militärischen Abschirmdienst geleistet haben. Der Detektiv ist eine Vertrauensperson. Er muss deshalb vor allen Dingen verschwiegen, zuverlässig und vertrauenswürdig sein. Darüber hinaus wird er ohne Pflichtgefühl und Ausdauer, Selbständigkeit, Disziplin im Handeln, Kontakt- und Kommunikationsfähigkeit, ein gutes Personen- und Sachgedächtnis sowie ein hohes Maß an Verschwiegenheit, keinen Erfolg haben. Er muss zudem über technisches Verständnis verfügen, um die sich rasant entwickelnden Techniken für seine Arbeit optimal nutzen zu können. Dazu gehört auch die Arbeit am und mit dem Computer. Darüber hinaus muss er mit den Möglichkeiten vertraut sein, die das Internet für detektivische Nachforschungen und Ermittlungen bietet.

Regeln und Normen für die Tätigkeit als Detektiv
Für einen Detektiven in einem anerkannten Berufsverband gilt die Berufsordnung des Detektivgewerbes als Maßstab und Grundlage für seine Arbeit. Diese Berufsordnung stellt somit einen Ehrenkodex für das Detektivgewerbe dar und legt Handlungsnormative für detektivisches Handeln fest. Bei Regelverstößen gegen diese Standesregeln haben die Mitglieder eines Detektivverbandes mit Sanktionen bis zum Ausschluß aus dem Verband zu rechnen.

Aus- und Weiterbildung
Für den Beruf des Detektivs gibt es in Deutschland keine gesetzlich vorgeschriebene Ausbildung und damit auch keine staatliche oder öffentlich-rechtliche Prüfung, z.B. vor der Industrie- und Handelskammer. Die Detektivtätigkeit hat sich zu einem typischen Zweitberuf entwickelt. Sie wird nach einer beruflichen Erstausbildung, aus welchen Gründen dieser Beruf dann auch aufgeben wird, ausgeübt. Es bestehen, wie schon angeführt, auch keine gesetzlichen Zulassungsvoraussetzungen für die Berufsausübung. Die Grundausbildung sollte bei einer vom Bundesverband Deutscher Detektive (BDD) anerkannten Lehreinrichtung nach dem auf der Basis des „Berufsbildungsplans für Detektive“ erarbeiteten Ausbildungsplan und den Richtlinien für die Anerkennung als Fortbildungseinrichtung des BDD erfolgen. Gegenwärtig erfüllt nur die Zentralstelle für die Ausbildung im Detektivgewerbe (ZAD) diese Richtlinien. Eine solide Grundausbildung zum Detektiv kann vom BDD deshalb zurzeit nur bei der ZAD empfohlen werden. Nach Bestehen der Abschlussprüfung und dem Nachweis einer mindestens 2jährigen erfolgreichen Tätigkeit als Detektiv, kann sich der/die dort Ausgebildete „Geprüfter Detektiv/Geprüfte Detektivin“ (ZAD) nennen. Eine Möglichkeit zur Fort- und Weiterbildung bieten die jährlich stattfindenden Fortbildungsseminare des Bundesverbandes Deutscher Detektive, die auch Mitarbeitern von Detekteien offen stehen, die nicht Mitglied im Verband sind. Die Themen der Seminare orientieren sich an den fachlichen und technischen Entwicklungen und an den Erfordernissen der detektivischen Praxis. Sie stellen somit einen ständig hohen Qualitätsstandard des Detektivgewerbes sicher.

Berufsaussichten
Nach den Angaben des Statistischen Bundesamtes gibt es in Deutschland zur Zeit 1.508 private, umsatzsteuerpflichtige Detekteien. Etwa ein Drittel davon sind in einem Berufsverband organisiert. Im Prinzip ist der Detektiv ein Einzelunternehmer. Insgesamt gibt es in Deutschland nach den Erhebungen des Bundesverbandes Deutscher Detektive etwa 3.300 detektivisch tätige Personen. Relativ viele Unternehmen führen neben den klassischen Detektivtätigkeiten auch Wach- und Sicherheitsaufgaben, z.B. im Kaufhausbereich, aus. Wer sich entschließt, Detektiv zu werden und damit seinen Lebensunterhalt bestreiten will, sollte sich diesen Schritt sorgfältig überlegen. Er muss bereit sein, einen mühsamen Weg zum Berufserfolg zu gehen und dabei mit einem großen Durchhaltevermögen ausgestattet sein. 

 

© BDD e.V. 2011

 

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